Auf den Restfundamenten einer alten Sühnekapelle vor den Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung entstand 1431 bis 1494 die heutige FRAUENKIRCHE (evang., im Zentrum am Karstadt-Kaufhaus), eine dreischiffige Halle mit langgestrecktem Chor und anmutiger spätgotischer Einwölbung. Als Hospital- und Friedhofskirche stand sie in ihrer Bedeutung immer im Schatten der älteren Stadtkirchen. Größere Bedeutung erlangte sie erst durch das Wachstum der Gemeinde, das ebenso die Folge des baulichen Aufschwunges zu Beginn unseres Jahrhunderts war wie die für die Frauenkirche nun wieder unvorteilhafte Umklammerung durch die modernen Kaufhausbauten jener Zeit.


Die DREIFALTIGKEITSKIRCHE (evang., Am Obermarkt), eine alte Klosterkirche der Franziskaner (1234 bis 1245) wurde im 14. Und 15. Jahrhundert zur jetzigen Raumform erweitert und umgebaut. An das Hauptschiff grenzt südlich ein Seitenschiff (alter Kreuzgang) mit spätgotischen Gewölbemalereien. Es öffnet sich zur Barbarakapelle, die baulich und vor allem durch ihre reiche Ausstattung (Schnitzaltar "Goldene Maria", Schnitzfigur "Christus in der Rast") als einer der kostbarsten Andachtsräume der Region gilt. Auch das Inventar des Chorraumes zählt zum wertvollsten Görlitzer Kirchen- und Kunstbesitz (Chorgestühl, barocker Hochaltar). Die letzte Ausmalunhg der Kirche erfolgte in den Jahren 1909/10.


Die römisch-katholische HEILIG-KREUZ-KIRCHE (Nähe Stadtzentrum) wurde in den Jahren 1850 - 1853 vorwiegend aus Naturstein im neubyzantinischen Stil erbaut.Nach umfassender Restaurierung konnte im Mai 1995 die Altarweihe vollzogen und die Kirche erneut in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen werden.


Die NIKOLAIKIRCHE (evang., nördliche Altstadt, Große Wallstraße), außerhalb der mittelalterlichen Wehrbefestigungen der Stadt gelegen, gilt als ältestes Görlitzer Gotteshaus.Seine immer wieder durch Brand und Kriegseinwirkungen zerstörten Vorgängerbauten in dem einst wendischen Dorf im Tal der Lunitz lassen sich bis in das Jahr 1100 zurückverfolgen.Jahrhunderte war sie die Görlitzer Hauptpfarrkirche. Die bis heute erhaltene spätgotische Raumhülle wurde zuletzt 1925 zur Gefallenen-Gedenkstätte umgestaltet und als Friedhofskirche genutzt. Besichtigung nach Anmeldung.Der alte NIKOLAIKIRCHHOF präsentiert sich als eindrucksvolle Begräbnisstätte mit barocken Grufthäusern sowie freistehenden und liegenden Grabmälern.
Nördlich der Kirche, am schmalen Pfad zum Finstertor gelegen, befindet sich das Grab Jakob Böhmes (1575-1624), des bekannten Schuhmachers und Theosophen aus Görlitz. Auch der angrenzende Städtische Friedhof ist der Betrachtung wert. Repräsentative Gruftanlagen zeugen von Görlitzer Geschlechtern des 19. und 20. Jahrhunderts. Ein kleines Gitter umfriedet das Grab der Minna Herzlieb, einst dem geheimen Rat von Goethe in großer Liebe verbunden. Der Dichter hat ihr mit der Gestalt der Ottilie in seinen "Wahlverwandschaften" ein unvergängliches Denkmal gesetzt.


Die Stadt Görlitz rühmt sich zweier "Kronen": die südwestlich an der Stadtgrenze gelegene Landeskrone (420 m), eine Basaltkuppe vulkanischen Ursprunges, gilt seit jeher als städtisches Wahrzeichen. Die Würde der architektonischen Stadtkrone beansprucht aber die PFARRKIRCHE ST. PETER UND PAUL (evang., östliche Altstadt, Neiße). Auf einer Felsenerhebung thront sie über dem Neißetal und beherrscht durch ihr kupfergedecktes Hochdach und das weithin sichtbare Turmpaar den historischen Altstadtbereich. Als Nachfolgbau einer dreischiffigen Pfeilerbasilika (1230) entstand im 15. Jahrhundert eine repräsentative fünfschiffige Hallenkirche.
Seit der 1992 abgeschlossenen Restaurierung erstrahlen ihr Innenraum und das eindrucksvolle barocke Inventar in neuem Glanz.Zur sehenswerten Innenausstattung gehört auch der Prospekt der 1703 von Eugenio Casparini fertiggestellten Sonnenorgel. Seit 1997 verfügt sie über ein neues klingendes Werk der Mathis Orgelbau AG Näfels (Schweiz). Orgelvorführungen finden in der warmen Jahreszeit donnerstags und sonntags um 12.00 Uhr oder nach vorheriger Anmeldung statt.
Im Jahre 1703 erhielt die Evangelische Stadtkirche St. Peter und Paul zu Görlitz eine neue Orgel, die SONNENORGEL, erbaut vom damals hochberühmten italienischen Orgelbauer Eugenio Casparini, der aus Sorau (Niederlausitz) stammte. Der Prospekt wird bestimmt von 17 "Sonnen". Die Pfeifen der zwölffachen Pedalmixtur sind strahlenförmig um goldene Sonnengesichter angeordnet.
Nach vielen Umbauten und Veränderungen wurde das Werk 1927 ausgebaut und durch eine elektropneumatische Orgel ersetzt, die bis 1979 in dem barocken Gehäuse Platz fand. Von 1980 bis 1992 wurde der Innenraum der Peterskirche fast vollständig restauriert, so auch der wunderschöne Prospekt. In dieser Zeit entschloß sich die Gemeinde, eine neue Orgel zu bauen und sammelte dafür Geld.